steinigen - oder moderner - der shitstorm

Früher war das Steinigen von EheBRECHERinnen und sonstigen VerBRECHERn ja eine sehr beliebte Art einer kollektiven Abstrafung von Missetätern. Da konnte man mal richtig Macht ausüben, auch wenn man selber sonst nichts zu melden hatte.

Da das ja heute nicht mehr erlaubt ist (jedenfalls in der westlichen Hemisphäre) findet der Mob natürlich ein willkommenes Ventil im imaginären Steine-Werfen - dem Shitstorm. Anscheinend brauchten und brauchen auch heute noch viele Leute dieses Ventil um ihren eigenen Frust mal so richtig abzulassen. Da kann man sich mal so richtig auslassen, auf Kosten von anderen Menschen, die sich in beiden Situationen nicht wehren können.

Sehr beliebt sind auch Bewertungsportale z.B. für Restaurants. Der Sterne-Koch Christian Rach deckt in seiner Doku bei RTL “Rach, der Restauranttester” teils undercover auf, wie auch einige einzelne Personen einen Betrieb ruinieren können. Oft stellt sich dabei heraus, dass diese Leute nicht viel von der Materie verstehen, einfach mal ihren Frust ablassen und damit das ganze Lokal in den Dreck ziehen.

Obgleich bei der Aufmachung die Quote - wie bei den kommerziellen Sendern üblich - sehr im Vordergrund steht, scheint mir das ein geeignetes Mittel um die „digitalen Steiniger“ zu entlarven.

Die digitale Welt macht es möglich, zu steinigen ohne sich dabei selbst die Finger schmutzig zu machen.

Shitstorm

http://webstory.zdf.de/shitstorm/