Über Selbstzweifel, Selbstkritik und Anderssein

Angeregt durch einen tollen Blogpost habe ich gestern einen kleinen Text auf Facebook veröffentlicht, der eigentlich auch einen Beitrag hier wert ist, denn es geht um etwas wichtiges: Selbstkritik und Selbstzweifel.
Anna von Fuchsias Weltenecho hat vorgestern einen Beitrag (unbedingt lesen!) darüber veröffentlicht, der sicher einigen von uns Bloggern aus dem Herzen gesprochen hat.

Selbstkritik und Selbstzweifel in meinem Leben

Schon länger hatte ich gemerkt, dass mir das Bloggen eigentlich nicht mehr wirklich Spaß macht. Ende letzten Jahres habe ich endlich begriffen, woran es liegt und dieses Jahr habe ich es geändert. Thoughts of Moon war Geschichte, PM thinks geboren. Mehr zu den Gründen findet ihr hier: Zeit für einen Neubeginn.

Nun musste ich gezwungenermaßen bei Null starten. Die alten Beiträge habe ich natürlich übernommen, aber Facebook z.B. hat mir die Namensänderung nicht genehmigt. Somit waren fast 1000 Follower weg. Der Neustart ist nicht gerade leicht.

Meine Gedanken drehen sich viel um den Blog. Was kann ich besser machen? Was sollte ich tun, was lassen? Noch mehr verschiedene Themen? Kann das gutgehen?

Erst am Wochenende habe ich wieder das Theme geändert, obwohl vor knapp 4 Monaten Neueröffnung war. Man merkt, ich beschäftige mich viel mit dieser Seite. Auch dank meiner Selbstkritik. Ich sehe vieles, was anderen vielleicht nicht auffällt. Ich möchte ein einheitliches Bild haben, habe ewig an den Bildern für die Vorschauen gebastelt und damit noch eine liebe Freundin genervt, ohne die ich das nie geschafft hätte. Stunde um Stunde vergehen, nur weil ich zu perfektionistisch bin.

Nun ist mir durchaus bewusst, dass ich mit dem gemischten Konzept meines Blogs Probleme habe, Leser zu finden. Viele interessieren sich nur für Bücher, andere nur für Filme oder Serien, andere wiederum suchen Inspiration fürs Kochen oder oder oder (und ich hab noch mehr geplant!) Das macht es nicht leicht, die Leute zu binden. Immerhin interessiert sie einiges vielleicht gar nicht.

Die anderen Blogger

Dann sehe ich die vielen tollen Food/Bücher/wasweißichnichtalles Fotos, die mich oft aus den Latschen hauen und ich mich frage: Wie lange brauchen die dafür?

Sie sind wunderschön anzusehen, meist mit tollen Texten kombiniert, und zurecht haben diese Blogger viele Follower. Auf ihre Blogposts gibt es unzählige Kommentare, ihre Seiten sind super aufgebaut.

Und sie haben sich meist auf ein, maximal zwei Themen "spezialisiert", haben also ihre Nische gefunden.

Und da kommen sie: die Selbstzweifel.

Ich gucke auf meine Zahlen und meine Bilder und denke mir: joa. Da kann man gar nicht mithalten! Ich habe ein kunterbuntes Angebot, nicht so tolle Bilder, die einen umhauen, wenngleich ich mir Mühe gebe und auch Spaß dabei habe.

Aber: Muss ich überhaupt mithalten?

Ich habe meinen Stil bei den Bildern gefunden, lege den Fokus auf die Dinge selbst: die Bücher, die Filme, das Essen. Es mag schlicht wirken, aber es gefällt mir. Jeder erkennt gleich, worum es geht, nichts lenkt ab. Und ich kann auch mal posten, wenn ich gerade beruflich nicht viel Zeit habe, da ich ein Bild nicht erst stundenlang arrangieren muss.

Ich habe viele Themen - aber ich bin eben ein vielseitiger Mensch mit vielen Interessen. Mein Leben besteht nicht nur aus Büchern. Oder Filmen. Oder Serien. Sondern aus allem.

Ich lese Horror ebenso wie Chick-Lit. Die Gilmore Girls unterhalten mich ebenso an wie Ray Donovan. Im Regal stehen meine Disneyfilme neben Terrorfilmen.
Würde ich mich auf etwas davon "spezialisieren", würdet ihr hier vor Langeweile eingehen. Ich hätte kaum etwas zu posten, denn ich lese und schaue das, wonach mir der Sinn steht. Auf nichts festgelegt.

Ich mache das, worauf ich gerade Lust habe. Lese ich in meiner Freizeit nicht (man bedenke, dass ich viel Zeit am Tag mit Büchern verbringe), sehe ich mir eben eine Serie an. Oder einen Film. Abends koche ich mit Mr. Miller und habe Spaß daran - warum den nicht mit euch teilen?

Bin ich nicht selbst meine Nische?

Ich verstelle mich nicht, ich bin einfach ich. Mein Feed auf Instagram sieht chaotisch aus? Na und - das sind Schnappschüße aus meinem Leben!
Und ich mache meinen Blog, wie er mir gefällt, ob optisch oder inhaltlich - denn er gehört zu mir. Daher schreibe ich auch das, was mir gefällt - nicht der Masse. Wen etwas nicht interessiert, der muss es doch nicht lesen - dafür gibt es ein andermal wieder etwas, das lesenswert für einen ist. So ist es überall im Leben - warum soll es auf einen Blog nicht auch funktionieren?
Und etwas gibt mir Recht: Die Interaktion. Die Zahlen. Leser, die mir ihre Meinung mitteilen und die meine interessiert! Die Rezepte genauso interessant finden wie Rezensionen. Auf Facebook entspinnen sich Unterhaltungen, die es früher bei Thoughts of Moon nicht gab. Es herrscht ein reger Austausch und deswegen blogge ich.

Ich mache es richtig

Das zeigt mir, dass meine Entscheidung für einen solchen Blog richtig war. Ich mag keine tausende Leser haben, aber die, die mir folgen, finden anscheinend etwas, das sie suchen. Und ich freue mich über jeden einzelnen von euch!
Die Selbstkritik hat mir geholfen, besser zu werden und sie wird mir auch immer dafür sorgen, dass ich an mir arbeiten werde - doch mit dem Ziel, selbst glücklich und zufrieden zu sein und den Selbstzweifeln damit keine Chance zu geben.

Gedanken, Reflektion

http://www.fuchsiasweltenecho.de/2017/07/von-selbstkritik-und-dem-ewigen.html

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