…und noch nicht Sechzehn

Das andere Ende des Spektrums auf einem Hofbauer-Kongress sind Filme wie dieser hier. Wollte "Die Spalte" aufrichtig aufzeigen und anklagen, kommt "…und noch nicht Sechzehn" (1968) schon ein wenig scheinheiliger daher. Ähnlich wie bei den berühmten "Schulmädchen-Reporten" später, die Baumgartner zumindest noch als Kameramann zu ihrer Existenz verhalf, ist die zugrundeliegende Thematik bloßer Aufhänger, um eine Räuberpistole mit ein wenig nackter Haut und schrägen Gesangseinlagen zu kredenzen. Es gibt einige nette Spielereien mit Bild und Schnitt zu bewundern, die Darsteller chargieren stellenweise ganz brauchbar und somit wird man akzeptabel unterhalten, wobei die Scheinheiligkeit das extra Sahnehäubchen ist, das solche Schmierstücke erst interessant macht. Alles natürlich noch recht zahm und dezent. Die Scheinheiligkeit entlarvt schon der Moment, in dem man realisiert, dass der Bösewicht eigentlich viel sympathischer ist, als der Gute, der heldenhaft ins Gras zu beißen hat. Indem er einen Zug anhält. Mit seiner Plauze. Da nützt ihm Rennie auch nichts mehr. Gut möglich aber, dass diese Form des Stellungbeziehens dem modernen Blick geschuldet ist und der Held der Geschichte in seiner Zeit durchaus ein strahlender Ritter ohne glänzende Rüstung war.

Handlung? Teenager in den Händen des Rotlichtmilieus. Ein Satz Titten. Mehr so Mitte Zwanzig. Betrug!

"…und nicht mehr Sechzehn" hätte vermutlich auch nicht ganz so gezogen an der Kinokasse, okay.

Das Lied, das Helen Vita mit der brennenden Sinnlichkeit einer Mutter Beimer wiederholt zum Besten gibt, geht im Refrain übrigens: "Sexy! Und noch nicht Sechzehn…" Ich habe mir überlegt, dass "Sechzig! Und noch nicht sexy…" auch einen schönen Film geben könnte.

Hofbauer-Kongress

Anzeige: