warum csu-herrmann obama wohl nicht als "wunderbaren neger" bezeichnet hätte

sprache verweist immer und zwangsläufig auf geschichte und manche wörter gehen mit der geschichte unter, jedenfalls was den aktiven wortschatz betrifft.das ist auch gut so. nehmen wir mal den begriff endlösung. heute können wir zb. in keinem denkbaren kontext sagen: „was für eine gute endlösung für dieses problem!“ man würde uns dann nämlich mit recht attestieren, wir hätten kein geschichtsbewusstsein.

der begriff „neger“ wurde in einer zeit verwendet, in der menschen aufgrund ihrer hautfarbe systembedingt und gesamtgesellschaftlich als „inferior“ angesehen wurden. er ist untrennbar mit dieser zeit und diesem system verbunden und sollte daher ohne rücksicht auf nostalgiefaktoren aus dem sprachgebrauch eliminiert werden. denn er ist historisch bedingt untrennbar mit der annahme von „rassischer“ ungleichheit und damit gewohnheitsmäßig assoziierter inferiorität gekoppelt. wenn auch nicht unbedingt auf der sender- so doch auf der empfängerseite. auch wenn herr blanko sich da jetzt nicht so angestellt hat, vielleicht auch aus medientaktischen gründen.

mit blanko kann man es ja vielleicht machen. der ist für herrmann wahrscheinlich nichts weiter als ein dummer clown aus dem showgeschäft. aber hätte herr herrmann das selbe wohl auch über barack obama gesagt? ein wunderbarer neger-präsident oder was? wohl kaum. wenn man also den einen neger nennen darf und den anderen nicht, wo ziehen wir die grenze? darf ich jemanden, den ich respektiere, nicht neger nennen, einen nicht-respektierten aber schon?

eine andere frage: hätte hermann wohl auch „neger“ gesagt, wenn blanko dabei gewesen wäre? ebenfalls nein, denn „neger“ ist ein ausdruck, den wir nur verwenden, wenn wir über, nicht wenn wir mit jemandem sprechen. es sei denn wir wollen ihn beleidigen oder herabwürdigen. allein das sollte wohl genug zu denken geben.

Rassismus

https://youtu.be/Tn9-v9jIIJg