warum ein fahnenmeer nie ein gutes zeichen ist

das derzeit durchs komplette internet wehende solidaritäts-fahnenmeer hat bei genauerer betrachtung (zb. der ersten szenen des 1. welkriegs) einen ziemlich unangenehmen beigeschmack. auch damals fiel das kriegsgeschwafel der machthaber bekanntlich auf fruchtbaren boden. ein zeichen dieser folgsamen bereitschaft zur verteidigung „um jeden preis“ ist und war immer die nationalflagge, im kollektiv zur schau getragen.
heute schwenken wir im netz zwar nicht „unsere“ flagge, dafür die unserer französischen miteuropäer (#noussommesunis!) bzw. nato-bündnispartner. in kombination mit der martialischen rhetorik der europäischen führer (hollande, gauck...) ergibt dieses fahnenmeer für mich als zivilist ein äußerst beunruhigendes bild, das von der fahne tragenden internetgemeinde natürlich nur unbewusst geschaffen wird. man will ja nur irgendwie anteilnahme ausdrücken, und die jeweiligen seiten (zb. facebook) bieten den „fahnenservice“ nunmal an.
ja, ich solidarisiere mich mit allen, die unschuldig getötet wurden und werden, egal ob franzose, syrer oder amerikaner. aber ich schwenke nicht die fahne, die ein konzept repräsentiert, das jeden tag krieg und terror in aller welt (und auch vor der eigenen haustür) mindestens mitverschuldet. ich schwenke nicht die fahne eines francois hollande, genauso wie ich vor 14 jahren nicht die fahne eines george w. bush geschwungen habe. und was dessen „war on terror“ außer unzähligen getöteten zivilisten, zerstörter kultur & infrasruktur hinsichtlich seines erklärten ziels gebracht hat, haben wir am 13. november 2015 gesehen.

#ParisAttacks

https://www.tagesschau.de/inland/gauck-volkstrauertag-101.html

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