Warum ich Angst habe vegan zu werden

Seit einiger Zeit mache ich mir Gedanken darüber vegan zu werden. Wenn man Tiere liebt und über Massentierhaltung nachdenkt und sich auch mal einige Videos dazu anguckt, liegt die Entscheidung nah. Vegetarisch zu sein reicht nicht wirklich meiner Meinung nach, weil man auch wenn man Eier isst und Milch verwendet mit verantwortlich ist dafür, dass die Tiere leiden müssen, wie man zum Beispiel in der Eierproduktion sieht, wo die männlichen Küken zu tausenden in den Schredder geworfen werden. Über Klamotten z. B. aus Pelz muss man mal gar nicht erst sprechen.

Ich gebe zu, dass meine Entscheidung vegan zu werden noch nicht ganz fest steht, weil ich auch Angst davor habe, was die Konsequenzen wären. Ich glaube nicht, dass es mir so schwer fallen würde, auf Tierprodukte komplett zu verzichten, es gibt ja inzwischen sehr viele Alternativen und es werden immer mehr. Einiges wie zum Beispiel bestimmte Süßigkeiten, Jogurts, Käse... werde ich am Anfang bestimmt vermissen, aber mich dann doch auch dran gewöhnen, auf andere Produkte zu zu greifen.

Das Problem sehe ich eher in der Gesellschaft, und das fängt schon in der Familie an. Meine Eltern würden es glaube ich nicht verstehen, wenn ich bestimmte Essenssachen plötzlich nicht mehr essen will und würden selbst nie auf ihr Hähnchen oder den Sonntagsbraten verzichten. Es macht mir auch Sorgen, wie überhaupt in der Gesellschaft über Veganer „gelästert“ wird. Das bekomme ich in meinem direkten Freundeskreis ebenso mit wie gerade auch in den sozialen Medien, wo ich manchmal das Gefühl habe, keine Gruppe (außer vielleicht die Flüchtlinge :( ) kriegt so viel Hatspeech ab wie Veganer. Das macht mir dann schon Sorgen und ich weiß nicht, ob ich wirklich stark genug bin, hinter meiner Entscheidung auch zu stehen. Und ich frage mich: Woran liegt es eigentlich, dass Veganer so gehasst werden? Eigentlich tun sie doch keinem was und sollte nicht jeder Mensch so leben können, wie er will, so lange er keinen damit schädigt?

Veganismus