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Was Authentizität mit Führung zu tun hat

Zuletzt haben wir über 2 der 3 Erfolgsfaktoren für Führungskräfte gesprochen: Rahmen und Fokus. Fehlt noch das Tüpfelchen auf dem i:
Authentizität.
Ich habe beim letzten Mal darüber geschrieben, wie wir mit einem klaren Fokus auf Vertriebszahlen zunächst sehr erfolgreich wurden, anschließend aber umso tiefer in die Krise stürzten. Wie wir für die Mitarbeiter da sein wollten, das aber auch nicht geklappt hat. Weil das Entscheidende letztendlich der Kundenfokus ist.
Ich glaube, es gibt noch einen Grund, warum wir mit jedem Führungsstil bis dahin gescheitert waren: Das waren nicht wir.
Das ist mir aber erst später aufgefallen, als ich mir mal die Frage gestellt hatte, warum ich mich für die Sportstudios entschieden habe. Weil ich helfen wollte. Weil ich Menschen besser, zufriedener machen wollte. Das steckt in mir drin. Aber nicht nur das – ich wollte durchaus auch Ansehen haben, und ein wenig Status genießen, als Unternehmer. Gehört für mich irgendwie auch dazu, das muss ich zugeben.
Als ich dann die „Anweisungen“ befolgt habe, Zielzahlen zu nehmen und auf diese KPIs zu achten, dann habe ich damit maximal einen dieser zwei Antriebe erreicht: Erfolg und Status. Aber habe ich die Menschen zufrieden gemacht? Keine Zeit, die nächste Promotionrunde wartet schon…

Als wir dann unsere Mitarbeiter in den Mittelpunkt gestellt haben, wem haben wir dann geholfen? Den Mitarbeitern, nicht den Kunden. Das hat mir zwar durchaus auch Befriedigung verschafft, weil ich es genossen habe, Junge Menschen zu entwickeln und zu sehen, wie sie besser werden und reifen. Das reichte aber nicht, um einen Betrieb zu führen.
Menschen können nicht immer alles bewusst erfassen, aber sie spüren vieles. Und wenn Du etwas tust, wo Du nicht völlig hinter stehst, was nicht Du bist, merken sie das. Und handeln danach, völlig unbewusst. Warum sollen sie etwas tun oder hinter etwas stehen, wenn Du nicht selbst davon überzeugt bist?
Interessanterweise haben wir erst, als unser Fokus der Kunde war, auch unsere Mitarbeiter wirklich motiviert und zufrieden gestellt. Denn sie hatten die gleichen Werte wie wir: Sie wollten Menschen besser machen: Gesünder, glücklicher, straffer, schlanker. Erst als wir das in unserer Experimentierphase in den Mittelpunkt gestellt haben und die Mitarbeiter ihr Wissen mit einbringen konnten, kam wirklich Energie auf. In der Zeit waren unsere Mitarbeiter am Begeistertsten!
Ein anderes Beispiel: es gibt, ich hatte es ja schon erwähnt, Personaldienstleister, die sehr wohl um ein gutes Verhältnis zu ihren externen Mitarbeitern (und den internen) bemüht sind – vielleicht aus Überzeugung oder Menschlichkeit, vielleicht auch hier als „Mittel zum Zweck“, weil sie qualitativ bessere Arbeit abliefern. Einer dieser Unternehmer wurde zu einem der größten Anbieter in Deutschland. Und seine mit Abstand erfolgreichste Führungskraft hat genau diese Werte vorgelebt. Natürlich musste auch er Zielzahlen erfüllen, aber das war ganz leicht, weil er sein Team mit innerer Überzeugung geführt hat.
Als dann der Unternehmer in Ruhestand ging, verkaufte er sein Unternehmen an einen großen Konzern. Die durchaus dieselben Werte haben. Aber völlig anders handeln und andere Entscheidungswege haben. Und noch viel mehr auf Reporting achten, was bei der Größe natürlich fast alternativlos ist.
Die Führungskraft stand jedoch nicht mehr hinter den Unternehmenswerten und sollte immer öfter Entscheidungen vor seinem Team moderieren, hinter denen er nicht mehr stand. Die Ergebnisse hielten sich zwar noch eine Zeit lang. Aber er spürte, dass seine eigene Motivation nicht mehr da war.
Was tat er? Er gründete sein eigenes Unternehmen, mit seinen eigenen Werten. Viele von seinem Team folgten ihm, aus Verbundenheit und Überzeugung. Nach nur wenigen Monaten ist er bereits größer als sein alter Verantwortungsbereich. Mit nahezu atemberaubenden Wachstumsquoten...

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