"We ARE the weirdos, Mister."

ACHTUNG: ENTHÄLT SPOILER.

Guilty pleasure time! Heute möchte ich mich mal zu einem meiner all-time-Lieblingsbösewichter bekennen (es gibt davon so einige...). Er bzw. SIE ist nicht so berühmt wie Freddy Krueger, aber ich denke mal, dass mindestens die meisten Düsterschwestern meiner Generation sie kennen und wahrscheinlich auch lieben.

Zugegeben, der Film „Der Hexenclub“, im Original „The Craft“ (1996) ist nicht gerade ein cineastisches Meisterwerk. Als ich ihn allerdings in finsterster Teenie-Blüte zum ersten Mal gesehen habe, war ich schon ziemlich geflasht von diesem Horror-Trash. Nicht unbedingt wegen der etwas albernen, aber pädagogisch wertvollen Handlung, die jungen Mädchen vermitteln soll, dass Experimente mit Schwarzer Magie natürlich falsch sind. Denn auch wenn es natürlich cool ist, sich mittels dunkler Künste an rassistischen Tussis zu rächen oder den Arschloch-Ex, huuups!, aus dem Fenster fallen zu lassen – alles kommt dreifach zurück... Amen.

Nancy, der irren Leitwölfin des ansonsten eher langweiligen Hexenclubs, ist das jedenfalls egal. Sie fragt nicht „Darf ich?“, sondern sie macht, was sie will. Warum? – Weil sie es kann. Denn sie hat sich mit dem Teufel eingelassen, der hier allerdings „Manon“ heißt. Und was wünscht sich so eine Narzissten-Nancy in ihrem Größenwahn von Manon? Schöne Haare oder einen tollen Lover? Nein. Nichts weniger als die absolute Macht ist es, was Nancy will. Und auch bekommt.

Neben den coolen Gothic-Looks, dem Wahnsinn und dem fiesesten Grinsen seit Nicholsons Joker war es vor allem das, was mich als Junghexe an Nancy begeisterte. Sie scheißt auf alles und jeden, sie ist die wahre Anarchistin und geht den dunklen Weg mit allen Konsequenzen bis zum Schluss. Schade, schade, aber klar, dass Hollywoods epische Gerechtigkeit dieser charismatischen Antichristin ein übles Ende beschert: als halluzinierendes Häufchen Elend in einer Irrenanstalt.

Nancy war für mich immer ein bisschen die Teenie-Punk-Version der bösen Hexe des Westens und hat diese ihrerzeit als meine Lieblingshexe abgelöst. Ironischerweise spielte die Nancy-Darstellerin mit dem spookigen Namen Fairuza Balk einige Jahre zuvor die Dorothy in einer neueren, übrigens sehr sehenswerten „Oz“-Verfilmung. Danach sorgte Fairuza noch mal als Nazibraut an der Seite von Edward Norton in „American History X“ (1998) für Angst und Schrecken. Seither ist es leider still geworden um die Frau mit dem fiesen Grinsen.

Aber zumindest Nancy bleibt, nicht zuletzt dank vieler schöner GIFs, unvergessen. Jedenfalls für mich.

Horror

https://www.youtube.com/watch?v=m4nPJh0jms4