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weniger euphorie, mehr reflexion

richtig - das, was wir vor wenigen jahren noch als zukunft betrachtet haben, ist inzwischen gegenwart. zeit vergeht, das liegt also in der natur der sache. möglich, dass sie im digitalen zeitalter schneller vergeht als noch vor ein oder zwei jahrzehnten, zumindest was technischen fortschritt betrifft. tatsächlich scheinen sich alle energien heute nur darauf zu konzentrieren. soll die welt doch vor die hunde gehen, hauptsache, ich hab das neue iphone eher als mein nachbar. das ist die mentalität, die die digitale kultur mit sich gebracht hat. das mag menschlich sein, euphorie stellt sich angesichts dieser haltung bei mir allerdings nicht ein.

vielleicht wird man später mal über diese zeit schreiben: die postmoderne (und die hat ja auch schon keiner mehr verstanden) ist dem digitalen zeitalter gewichen. durch die explosionsartige vernetzung hat sich unsere kultur signifikant verändert, aber weder der einzelne mensch noch die gesellschaft kommen mit der verarbeitung dieser entwicklungen hinterher.

die gesellschaft als kulturelle einheit ist eine träge masse, die noch eine ganze weile brauchen wird, um ein wirkliches bewusstsein für die sich stetig verändernden strukturen zu entwickeln, was man heute zb. daran sieht, wie asozial sich viele im netz benehmen, was sie von sich preisgeben und wie verwundbar sie sich dadurch machen.

auch die wissenschaft weiß noch nicht genug darüber, welchen einfluss zb. der ständige performance- und präsenz-zwang auf unser denken und unsere psyche hat. das netz und seine strukturen entwickeln sich rasend schnell, sodass die empirische forschung zwangsläufig hinterherhinken muss.

es spricht nichts dagegen, technischem fortschritt gegenüber offen zu sein. aufzuhalten sind die meisten entwicklungen ja ohnehin nicht (dafür steht ja auch ein viel zu großer markt dahinter). technophilie ist kein verbrechen, aber wir sollten den focus nicht verlieren. wir sollten uns die zeit nehmen, die digitale welt zu erforschen und zu reflektieren, in der wir uns immer schneller „voran“bewegen, anstatt immer mehr technischen fortschritt zu verlangen und uns immer mehr von strukturen abhängig zu machen, die wir in ihren konsequenzen noch gar nicht begreifen.

digitale Zukunft