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Wieviele Fluglärmgegner verträgt Hamburg?

Ich verfolge die Fluglärmdebatte schon viele Jahre und wenn einer betroffen sein müsste, dann ich, wohne ich doch näher am Flughafen als manch einer, der sich z.B. aus Ahrensburg oder Bargteheide in zyklischer Regelmäßigkeit beschwert. Von meinem Balkon, immerhin im 13. OG, bis zum Kreuz des Start- und Landebahnsystems sind es genau 6,89Km. Ist ja ganz schön nah dran denkt man jetzt vielleicht. Wenn ich nun aber sage, dass ich in der Röntgenstraße aufgewachsen bin, sieht das aber schon ganz anders aus. Von meiner Haustür dort waren es genau 270m zum Flughafenzaun und 1,69Km zum Bahnkreuz. Das ist doch mal ein ganz anderer Schnack, oder? Der Albtraum eines jeden fluglärmgeplagten Anwohners der offenkundig zum Flughafen zwangsumgesiedelt wurde.

Ich muss aber auch mal eine Lanze brechen für die Betroffenen: Lärm ist ganz klar ein subjektives Empfinden. So habe ich zum Beispiel kein Problem mit den akkustischen Hinterlassenschaften eines Flugzeugs, ich kann das wunderbar überhören. Mein persönlicher Lieblingskandidat für Lärm ist z.B. die Bundesstraße B432, welche direkt an meinem Haus vorbeiführt. Was dort tagtäglich an Krankenwagen, Polizei und Feuerwehr vorbei rauscht, ist an manchen Tagen fast nicht zählbar. Der Schall entweicht nicht seitlich, sondert findet mit absoluter Zielsicherheit seinen Weg nach oben, durch die Balkontür, direkt in meinen Gehörgang. Oftmals übertönen die Sirenen meinen Fernseher und das ist dann eine Lärmkulisse die man sich auch nicht mehr schön reden kann.

Ich akzeptiere diese allerdings ohne Murren und Knurren, denn es geht dort oft um Menschenleben und man kann froh sein, wenn man auch mal in die Situation kommt und einen Krankenwagen in Anspruch nehmen muss. Dieser kann dann, ebenfalls mit Martinshorn und Sonderrechten, schnell zum Krankenhaus fahren.

Im Bezug auf die Fluglärminitiativen kann ich mich immer wieder nur wundern, haben sie ihr Kompetenzzentrum doch im Duvenstedter Brook und drum herum errichtet. Von dort, aus dem Bezirk Wandsbek kamen, alleine im Jahr 2015, 4147 Beschwerden. Im Jahr 2014 waren es noch um die 1000. Das entspricht einem Anstieg von 314,7%!
Aus dem Kreis Stormarn kamen im Jahr 2014 um die 50 Beschwerden, im Jahr 2015 waren es dann 2394 Beschwerden. Das entspricht einem Anstieg von sagenhaften 4688%. Sorry, aber das kann meiner Meinung nach nicht mit rechten Dingen zugehen. Bis zum Jahr 2014 war alles schick und mit einmal fühlen sich alle von Fluglärm gestört?

Ich war im April auf dem Wochenmarkt in Hamburg-Langenhorn und habe mir das mal angeschaut und angehört wie der BUND auf Stimmenfang geht. Der Stand steht etwas Abseits am Rand und man sieht ihn auch nicht auf den ersten Blick, aber man kann sich Gewiss sein, dass man Angesprochen wird und zwar so aufdringlich, dass man meinen könnte, die Zeugen Jehovas stehen mit Vorwerk zusammen vor der eigenen Haustür.
Das Schlimme ist einfach, dass die Fluglärmgegner mit ihren Argumenten in großen Teilen falsch liegen und der nichtwissende Bürger keine Möglichkeit hat, sich vom Gegenteil zu überzeugen und eine zweite Meinung zu bilden.
Mir wurde dort erzählt, dass ab 06:00uhr die Flugzeuge im Minutentakt ("Die landen alle 60-180 Sekunden") donnernd über die Häuser in Langenhorn, Hummelsbüttel, bis nach Elmenhorst landen würden. Ich habe dann darum gebeten, Abstand davon zu nehmen die Unwahrheit zu sagen und sich an die Fakten zu halten.

Denn Fakt ist: Zwischen 6uhr und 7uhr landet planmäßig gerade einmal ein einziges Flugzeug und das ist die ATR 42 von Air Contractors.
Fakt ist auch: Wenn der Wind es zulässt, wird bis 7:00 auf der Bahn 15 gelandet und eben nicht über Langenhorn, Hummelsbüttel etc ( Anflug Bahn 23)
Richtig wäre es wenn man sagen würde, dass alle 60-180 Sekunden ab 6uhr ein Flugzeug starten würde und eben diese Starts finden im Normalfall bis 7uhr auch nicht über Poppenbüttel, Hummelsbüttel und Langenhorn statt, sondern über den dünner besiedelten Norden (Start Piste 33 in Richtung Norderstedt.

Ich stand dort nicht alleine am Stand und als ich angefangen habe meine Gegenargumente aufzuführen wurde ich gebeten den Stand zu verlassen, sofern ich nicht eine Unterschrift für die Petition leisten möchte.

In Summe muss man sagen, dass andere Meinungen als die ihren nicht akzeptiert werden und die Unwissenheit der Bürger, was die korrekten Fakten angeht, total ausgenutzt wird.

Hamburg Airport